In der Private Equity / VC-Branche hat sich im Laufe der Zeit eine eigene Fachsprache entwickelt. Die wesentlichen Begriffe sind hier zusammengestellt.*
* Quelle: in Anlehnung an: Handbuch Venture Capital von W. Weinener, München 2000
ADDED VALUE
Über die Mitwirkung in Beiräten, Aufsichtsräten etc. hinausgehende, operative Aktivitäten. Nach Oben
AMBER LIGHT
Warnsignal, das auf Probleme in (potentiellen) Beteiligungsunternehmen hinweist (»Red Flag«). Nach Oben
ASSET SALES DEALS
Übernahmetransaktionen, bei denen ein großer Teil des Kaufpreises durch Aktivaverkäufe der übernommenen Gesellschaft realisiert wird. Die Verkäufe nicht betriebsnotwendiger Aktiva führen zur Reduzierung des Schuldendienstes. Nach Oben
ASSET STRIPPING
Zerschlagung eines übernommenen Unternehmens durch Verkauf von Teilbereichen oder Vermögensgegenständen. Nach Oben
BENCHMARK
Auch »Milestone«; herausragende Punkte in der Unternehmensentwicklung, bei deren Erreichen z. B. über eine weitere Kapitalzufuhr befunden wird. Nach Oben
BREAK-EVEN-POINT
Gewinnschwelle gibt die Umsatzmenge an, bei der die Erlöse gerade die fixen und variablen Kosten decken, d. h. eine Firma weder mit Gewinn noch Verlust arbeitet. Nach Oben
BRIDGE FINANCING
Überbrückungsfinanzierung; finanzielle Mittel, die einem Unternehmen zur Vorbereitung des Börsengangs vor allem mit dem Ziel der Verbesserung der Eigenkapitalquote zur Verfügung gestellt werden. Nach Oben
BUFFER
Puffer; Ausdruck für ungenutzte Kreditlinien oder Barreserven. Nach Oben
BURN-OUT-TURNAROUND
Auch als Re-Start bezeichnet; drastische Umgestaltung bzw. Restrukturierung eines Unternehmens, das große wirtschaftliche Probleme hat. Dabei wird neues Gesellschaftskapital von Dritten eingebracht; die Anteile der Altgesellschafter werden verwässert. Nach Oben
BURN RATE
Die Zeitspanne, bis das einem Unternehmen zur Verfügung gestellte Kapital verbraucht ist. Nach Oben
BUSINESS ANGEL
Privatperson, die Forschungen oder Erfindungen finanzieren. Im angloamerikanischen Raum weit verbreitete Form der SEED-Finanzierung. Nach Oben
BUSINESS PLAN
Papier, in dem die Vorhaben, die Ziele und die Wege, um diese zu erreichen, aufgeführt und quantifiziert sind. Nach Oben
BUY BACK
EXIT-Variante, bei der die Anteile durch die Altgesellschafter zurückgekauft werden. Nach Oben
CAPITAL GAIN
Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf von Unternehmensanteilen. Nach Oben
CAPTIVE FUND
Bezeichnet einen Fonds, der Teil einer größeren Finanzinstitution ist oder ihr gehört (Gegensatz: INDEPENDENT FUND). Nach Oben
CARRIED INTEREST
Ergebnisvorzug der Pool-Verantwortlichen auf ihren Kapitalanteil. Meist wird eine HURDLE RATE eingebaut. Nach Oben
CASE SCENARIOS
Im Zusammenhang mit der Prüfung einer potentiellen Beteiligung werden verschiedene Fallstudien durchgeführt:
Ein »Pessimistic Case Scenario« für eine negative Entwicklung, ein »Optimistic Case Scenario« für die günstigste Entwicklung und ein »Most Likely Scenario« für die am wahrscheinlichsten gehaltene Entwicklung. Nach Oben
CASH-FLOW-DEALS
Traditionelle Form des Management Buy-Out, die weitgehend auf der Basis der erwirtschafteten flüssigen Mittel eines Unternehmens finanziert wird.
Schlüsselgröße ist der Cash-flow, aus dem die Rückführung der aufgenommenen Fremdkapitalmittel und der Zinsdienst für die Finanzierung eines Buy-Out getragen werden müssen. Nach Oben
CHINESE WALLS
Informationsbarrieren, die innerhalb einer Finanzsituation bestehen, so dass verschiedene Abteilungen von der jeweiligen Tätigkeit der anderen nichts wissen, oder die errichtet werden, um z. B. Interessenskonflikte zu vermeiden. Nach Oben
CORPORATE VENTURING
Venture-Capital-Finanzierungen durch Industrieunternehmen bzw. deren eigene Venture Capital-Gesellschaften, die vorrangig strategisches Konzerninteresse verfolgen. Nach Oben
CO-VENTURING
Beteiligungen an einem Unternehmen durch mehrere Investoren, von denen einer als LEAD INVESTOR auftritt (SYNDICATION). Nach Oben
DEAL FLOW
Investmentmöglichkeiten, die einer Venture-Capital-Gesellschaft angetragen werden. Nach Oben
DEVELOPMENT CAPITAL
Kapital zur Finanzierung der Gesellschaftsentwicklung reiferer mittelständischer Unternehmen (EXPANSION FINANCING). Nach Oben
DUE DILIGENCE
Die detailierte Untersuchung, Prüfung und Bewertung eines potentiellen Beteiligungsunternehmens als Grundlage für die Investmententscheidung. Nach Oben
EARLY STAGE FINANCING
Finanzierung der Frühphasenentwicklung eines Unternehmens, beginnend bei der Finanzierung der Konzeption bis zum Start der Produktion und Vermarktung. Nach Oben
EQUITY KICKER
Möglichkeit der Fremdkapitalgeber, Anteile an der zu finanzierenden Gesellschaft zu Sonderkonditionen zu erwerben. Nach Oben
EXPANSION FINANCING
Wachstums- und Expansionsfinanzierung; die Geldmittel werden zur Finanzierung von zusätzlichen Produktionskapazitäten, Produktdiversifikation oder Marktausweitung und/oder für weiteres »Working Capital« verwendet. Nach Oben
FEASIBILITY STUDY
Durchführbarkeitsstudie; Analyse der technischen und wirtschaftlichen Realisierbarkeit eines Projektes. Nach Oben
FLOP
Totaler Fehlschlag einer Beteiligung (Gegensatz zu HIGH FLYER). Nach Oben
FUNDRAISING
Das »Einwerben« von »Funds«; Startphase eines Venture-Capital-Fonds, in der institutionelle, industrielle oder private Anleger dafür gewonnen werden sollen, Fondsanteile zu zeichnen. Nach Oben HANDS OFF
Nach Bereitstellung von Eigenkapital lässt man das Unternehmen agieren, ohne bis zum Exit direkt operativ einzugreifen.
Eher passive Betreuung durch Mitwirkung in Beiräten, Aufsichtsräten, Strategie-Workshops etc. Nach Oben
HANDS ON
Aktive Betreuung: Der Investor zielt auf eine Wertsteigerung durch aktive Unterstützung des Managements ab. (ADDED VALUE) Nach Oben
HIGH FLYER
Bezeichnung für Aktien oder Unternehmensbeteiligungen mit einem extremen Wertanstieg und weit unterdurchschnittlichem Kurs-Gewinn-Verhältnis (Gegensatz zu FLOP). Nach Oben
HURDLE RATE
Vor Wirksamwerden der Gewinnbeteiligung der Managementgesellschaft bzw. deren Management (Carried Interest) erhalten die Investoren zunächst eine Basisvergütung. Nach Oben
INDEPENDENT FUND
Unabhängiger Fonds oder VC-Gesellschaft, die nicht vor einer bestimmten Finanzgruppe kontrolliert wird (Gegensatz zu CAPTIVE FUND). Nach Oben
IPO
Initial Public Offering; im angloamerikanischen Raum Bezeichnung für die öffentliche Erstemission von Anteilen junger und mittelständischer Unternehmen. Nach Oben
IRR
Internal Rate of Return; interner Zinsfuß; finanzmathematische Methode zur Berechnung der Rendite eines Investments. Nach Oben LATER STAGE FINANCING
Spätphasenfinanzierung; Finanzierung von Expansionen, Übernahmen, Überbrückungen etc. bei etablierten mittelständischen Unternehmen. Nach Oben
LEAD INVESTOR
In einem Syndikat von VC-Gesellschaften der Investor (meist mit dem größten Anteil), der sowohl die Organisation der Finanzierung als auch die HANDS ON-Betreuung übernimmt. Nach Oben
LBO
Leveraged Buy-Out; überwiegend fremdkapitalfinanzierte Unternehmensübernahme. Nach Oben
MBI
Management Buy-In; Übernahme eines Unternehmens durch ein externes Management. Nach Oben
MBO
Management Buy-Out; Übernahme eines Unternehmens durch das vorhandene Management. Nach Oben
MEZZANINE MONEY
Finanzierungsmittel, die die Finanzierungslücke zwischen Fremd- und Eigenkapital in der Kapitalstruktur insbesondere bei MBO/MBI füllen. In Deutschland gebräuchliche Formen: SUBORDINATED DEBT
Partiarische Darlehen
Gesellschaftsdarlehen
Vorzugsaktien
Genussscheine
Stille Beteiligung SELLER'S NOTES Nach Oben PAY BACK
Investierter Betrag plus CAPITAL GAIN, realisiert beim EXIT. Nach Oben RATCHET/SUDING SCALE
Bonus- und/oder Malusvereinbarung, bei der abhängig von der Zielerreichung des Unternehmens Eigenkapitalanteile zu Vorzugskonditionen vom Verkäufer (Bonus) oder Käufer (Malus) erworben werden können. Nach Oben
REPLACEMENT CAPITAL
Kauf der Unternehmensanteile von Anteilseignern, die die Firma verlassen wollen. Nach Oben
RESTART TURNAROUND; aufgrund der schlechten Lage eines Unternehmens wird ein neues Unternehmenskonzept erstellt. Ggf. soll auch mit neuem Management und einer geänderten Produktpalette das Unternehmen neu gestartet werden. Nach Oben
ROI
Return on Investment (IRR); Gewinn aus Ausschüttungen und der Veräußerung einer Beteiligung. Nach Oben
SECOND ROUND FINANCING
Zweite Finanzierungsrunde für ein Unternehmen, das bereits in einer ersten Runde Venture Capital erhalten hat. Nach Oben
SECONDARY PURCHASE
Exitvariante; eine VC-Gesellschaft verkauft ihre Anteile an einem Unternehmen an eine andere VC-Gesellschaft bzw. einen finanziell interessierten Partner. Nach Oben
SEED CAPITAL
Finanzierung der Ausreifung und Umsetzung einer Idee in verwertbare Resultate, bis hin zum Prototyp, auf deren Basis ein Geschäftskonzept für ein zu gründendes Unternehmen erstellt wird. Nach Oben
SELLER´S NOTES
Kaufpreisstundungen; »stehen gelassene« Kaufpreisforderungen seitens der Verkäufer, quasi ein Verkäuferdarlehen (ggf. mit Bindung an Zielerreichungsgrad). Nach Oben
SHARE DEAL
Firmenübernahme durch Kauf der Geschäftsanteile. Nach Oben
SPIN-OFF
Ausgliederung und Verselbststständigung einer Abteilung oder eines Unternehmensteils aus einer Unternehmung/einem Konzern. Nach Oben
START-UP FINANCING
Gründungsfinanzierung; das betreffende Unternehmen befindet sich in der Gründungsphase, im Aufbau oder seit kurzem im Geschäft und hat seine Produkte noch nicht oder nicht in größerem Umfang vermarktet. Nach Oben
SUBORDINATED DEBT
Nachrangige Fremdmittel; die Nachrangigkeit bezieht sich auf die Rangfolge der Fremdkapitalgeber untereinander insbesondere für den Vergleichs- bzw. Liquidationsfall. Nach Oben
SYNDICATION
Co-Investments; um auch größere Investments mit hohem Risiko zu finanzieren, schließen sich mehrere Kapitalbeteiligungsgesellschaften zusammen. Nach Oben
TRACK RECORD
Erfolgs- und Erfahrungsgeschichte einer Beteiligungsgesellschaft bzw. eines Unternehmens oder auch eines Managers, Unternehmers. Nach Oben
TRADE SALE
Veräußerung der Unternehmensanteile an einen industriellen Investor. Nach Oben
TURNAROUND FINANCING
Finanzierung eines Unternehmens, das sich nach Überwindung von Schwierigkeiten (z. B. Absatzprobleme) wieder aufwärts entwickeln soll. Nach Oben VULTURE CAPITALIST
»Geier«; ironisch-satirische Bezeichnung für Finanzinvestoren, deren Ziel im »schnellen Geld« unter Einsatz unseriöser Methoden besteht. Nach Oben